Leistungsvergleich 3VD mit 3VD

Motor, Getriebe, Auspuff, Ventile, Kupplung, Dynojet & Co ...

Moderator: Überholi

HPausSalzburg
Registriert: 02.05.2002 16:09

Leistungsvergleich 3VD mit 3VD

Beitragvon HPausSalzburg » 31.10.2005 15:33

Hallo

Habe da mal eine Frage an unsere Motorenspezis.

Da ich nicht genau weiß warum das so ist, stell ich mal die Daten hier rein, um eure Meiningen und Erfahrungen zu lesen.

Es geht um 2 Motorräder Typ 3VD welche die gleiche Beschleunigung haben, Getestet von 40 bis 120 km/h und vom stand aus auf 120 Km/h allerdings von Motoreinstellung und Übersetztung unterschiedlich sind.

3VD #1

Verbrauch 6,3 l /100 Km Schweizerabstimmung mittlere Rille bei der Nadel (3te von oben ) also eher Fett
Übersetztung 16/44

3VD #2

Verbrauch 5 l / 100 Km Schweizerabstimmung oberste Rille bei der Nadel also eher Mager
Übersetztung 15/44


So nun meine Fragen.

Nachdem #2 eine bessere Übersetztung hat, müsste sie doch auch besser Beschleunigen, Warum tut sie das aber nicht , bekommt der Motor zuwenig Sprit ?

Und was ist wenn ich die #1 auch auf Mager stelle, verlier ich dann an Leistung und Beschleunigung, wenn Ja wieviel ?

oder ist der Unterschied zwischen Übersetztung und Verbrauch so gering, daß der Test nur unter Laborbedingungen gemacht werden kann damit er Ausagekräftig ist, und nicht auch einer ebenen geraden Strasse in der freien Natur ?


Also bitte um Antworten


Gruss

--
HP aus Salzburg

TDM 850 3VD Bj 93
Very Dark Violet Cocktail 1

kaiglaz
Registriert: 16.04.2005 19:16

Leistungsvergleich 3VD mit 3VD

Beitragvon kaiglaz » 31.10.2005 23:19

Moin, schwieriger Vergleich, ergibt riskante Aussagen.

HPausSalzburg schrieb:

> Es geht um 2 Motorräder Typ 3VD welche die gleiche Beschleunigung
> haben, Getestet von 40 bis 120 km/h und vom stand aus auf 120 Km/h
> allerdings von Motoreinstellung und Übersetztung unterschiedlich
> sind.

Erstmal, sind die wirklich vergleichbar? KM-Stand, Wartungszustand, beide warmgefahren, Reifen, Reifendruck, Kette, Öl, usw? Kann insgesamt schon ne Menge ausmachen.
Zweitens, wurden die Tests von derselben Person gemacht? Der eine kann's besser als der andere, bei Kräder ist volles Beschleunigen eine ganze Ecke schwieriger als bei Autos. Wenn der eine auf deinen Bock sitzt, hat er auf einmal weniger Probleme un die Kiste auf 10000 Touren zu drehen, bei seinen eigen lässt er's lieber ;D .
Der andere schleppt dafür 15 kg Bierbauch, 5 kg Werkzeug, 2 kg Topcase und 1 kg Fäkalien (ist zuvor nicht aufs Klo gegangen) mit sich rum. Zusammen 23 kg, macht 10% extra Gewicht.

> Verbrauch 6,3 l /100 Km Schweizerabstimmung mittlere Rille bei der
> Nadel (3te von oben ) also eher Fett
> Übersetztung 16/44

> Verbrauch 5 l / 100 Km Schweizerabstimmung oberste Rille bei der
> Nadel also eher Mager
> Übersetztung 15/44

> Nachdem #2 eine bessere Übersetztung hat, müsste sie doch auch besser
> Beschleunigen, Warum tut sie das aber nicht , bekommt der Motor
> zuwenig Sprit ?

Eine niedrigere Übersetzung kann dir auch Zeit kosten, weil du vielleicht einmal zusätzlich schalten musst.
>
> Und was ist wenn ich die #1 auch auf Mager stelle, verlier ich dann
> an Leistung und Beschleunigung, wenn Ja wieviel ?

Vor allem beim Gasaufreisssen müsste die Fettere (der Bock, nicht der Fahrer!) Vorteile haben.
Wieviel? Die Wissenschaft ist sich darüber nicht ganz einig, aber die Schätzung tendiert hin zu 0,644435612 oder 0,644435611 Sekunden ;) .

Adios, Kai

kaiglaz
Registriert: 16.04.2005 19:16

Leistungsvergleich 3VD mit 3VD

Beitragvon kaiglaz » 31.10.2005 23:20

Ach ja, dann haben wir noch nicht von Ungenauigkeiten in der Messung geredet!

Ciao, Kai

Saubraten
Registriert: 12.04.2003 11:35

Leistungsvergleich 3VD mit 3VD

Beitragvon Saubraten » 01.11.2005 07:23

Hallo HP,
man muss erkennen, dass eine geänderte Abstimmung über die Düsennadel nur im unteren bis mittleren Drehzahlbereich gilt. Oben raus macht die Hauptdüse die Musik.
Wenn du also beim Beschleunigen immer bis 8000 drehst, ist die Abstimmung über die Nadel unerheblich (bis aufs Anfahren).

Gruß
Wolf-Dieter

--
Der mit den Mücken auf dem Rücken.

4Cfix Braujahr 97 0,064 Gm und gelblich
www.saubraten.de

HPausSalzburg
Registriert: 02.05.2002 16:09

Leistungsvergleich 3VD mit 3VD

Beitragvon HPausSalzburg » 02.11.2005 09:06

Hallo Kai

kaiglaz schrieb:
> Moin, schwieriger Vergleich, ergibt riskante Aussagen.
>

brauchst keine Angst zu haben wegen deiner Aussage,Ich Klange dich nicht :D wollte nur Meinungen hören, wo da der Unterschied sein kann, weil im Prinzip Ja
1 Zahn Unterschied ist am Motorausgang, und da hät ich mir schon eine größere Differenz erwartet ........

>
> Erstmal, sind die wirklich vergleichbar? KM-Stand, Wartungszustand, beide warmgefahren, Reifen,
> Reifendruck, Kette, Öl, usw? Kann insgesamt schon ne Menge ausmachen.
> Zweitens, wurden die Tests von derselben Person gemacht? Der eine kann's besser als der andere, bei
> Kräder ist volles Beschleunigen eine ganze Ecke schwieriger als bei Autos. Wenn der eine auf deinen
> Bock sitzt, hat er auf einmal weniger Probleme un die Kiste auf 10000 Touren zu drehen, bei seinen
> eigen lässt er's lieber ;D .
> Der andere schleppt dafür 15 kg Bierbauch, 5 kg Werkzeug, 2 kg Topcase und 1 kg Fäkalien (ist zuvor
> nicht aufs Klo gegangen) mit sich rum. Zusammen 23 kg, macht 10% extra Gewicht.
>
> > Verbrauch 6,3 l /100 Km Schweizerabstimmung mittlere Rille bei der
> > Nadel (3te von oben ) also eher Fett
> > Übersetztung 16/44
>
> > Verbrauch 5 l / 100 Km Schweizerabstimmung oberste Rille bei der
> > Nadel also eher Mager
> > Übersetztung 15/44
>
> > Nachdem #2 eine bessere Übersetztung hat, müsste sie doch auch besser
> > Beschleunigen, Warum tut sie das aber nicht , bekommt der Motor
> > zuwenig Sprit ?
>
> Eine niedrigere Übersetzung kann dir auch Zeit kosten, weil du vielleicht einmal zusätzlich
> schalten musst.
> >
> > Und was ist wenn ich die #1 auch auf Mager stelle, verlier ich dann
> > an Leistung und Beschleunigung, wenn Ja wieviel ?
>
> Vor allem beim Gasaufreisssen müsste die Fettere (der Bock, nicht der Fahrer!) Vorteile haben.
> Wieviel? Die Wissenschaft ist sich darüber nicht ganz einig, aber die Schätzung tendiert hin zu
> 0,644435612 oder 0,644435611 Sekunden ;) .
>
> Adios, Kai

..... Auch wenn die Motorräder unterschiedliche Fahrer hatten, aber

Reifen und Motor waren warmgefahren, Gewichtsklassen wahren gleich.


Danke
--
HP aus Salzburg

TDM 850 3VD Bj 93
Very Dark Violet Cocktail 1
Zuletzt geändert von HPausSalzburg am 02.11.2005 09:11, insgesamt 1-mal geändert.

HPausSalzburg
Registriert: 02.05.2002 16:09

Leistungsvergleich 3VD mit 3VD

Beitragvon HPausSalzburg » 02.11.2005 09:16

Saubraten schrieb:
> Hallo HP,
> man muss erkennen, dass eine geänderte Abstimmung über die Düsennadel
> nur im unteren bis mittleren Drehzahlbereich gilt. Oben raus macht die
> Hauptdüse die Musik.
> Wenn du also beim Beschleunigen immer bis 8000 drehst, ist die
> Abstimmung über die Nadel unerheblich (bis aufs Anfahren).
>
> Gruß
> Wolf-Dieter
>

Halo Wolf-Dieter

Angenommen ich mach den Gashebel voll auf bis Anschlag. Das müsste Ja bedeuten, daß die Haupdüsen auch unterschiedlich groß sind, wenn ich bei unterschiedlicher Übersetztung gleiche Beschleunigung hab. ?(

sehr Interessant das Thema :rotate:

Gruss



--
HP aus Salzburg

TDM 850 3VD Bj 93
Very Dark Violet Cocktail 1

Lars
Registriert: 10.04.2002 13:09

Leistungsvergleich 3VD mit 3VD

Beitragvon Lars » 02.11.2005 09:22

Hi,

HPausSalzburg schrieb:
> Angenommen ich mach den Gashebel voll auf bis Anschlag. Das müsste Ja
> bedeuten, daß die Haupdüsen auch unterschiedlich groß sind, wenn ich bei
> unterschiedlicher Übersetztung gleiche Beschleunigung hab. ?(

Sag mal, habt ihr während der Beschleunigung nie geschaltet?

Ciaole,
Lars

--
'00er 4TX mit 61Mm
GUS#42 TDMF#8

kawaede
Registriert: 07.07.2003 22:28

Leistungsvergleich 3VD mit 3VD

Beitragvon kawaede » 02.11.2005 11:11

HPausSalzburg schrieb:


> Nachdem #2 eine bessere Übersetztung hat, müsste sie doch auch besser
> Beschleunigen, Warum tut sie das aber nicht , bekommt der Motor
> zuwenig Sprit ?


Genauso seh ich das,

bei gleicher Vergasereinstellung müßte
#2 der absolute Sprinter, aber auch die
Schnellere sein.

Hat mit der Hauptdüse direkt eigentlich nichts zu tun,
zum Anfahren, Beschleunigen und Vollgas
benützt Du ja das ganze Vergasersystem,
Leerlauf, Teillast, Vollast.

Ist der Sprit bei Euch so billig,
daß Ihr im Ösiland nur mit Vollgas unterwegs seid?( ?( ?( ;)

Und die Reifenpreise?( ?( ?( ;D

Gruß kawaede

--
3VD Bj. 96, pechschwarz, und sonst?

Saubraten
Registriert: 12.04.2003 11:35

Leistungsvergleich 3VD mit 3VD

Beitragvon Saubraten » 02.11.2005 11:53

kawaede schrieb:

> Hat mit der Hauptdüse direkt eigentlich nichts zu tun,
> zum Anfahren, Beschleunigen und Vollgas
> benützt Du ja das ganze Vergasersystem,
> Leerlauf, Teillast, Vollast.

Klaus,
das ist richtig. Aber wenn beide die Schweizer Abstimmung drin haben, spielt die Stellung der Düsennadel bei Vollast keine Rolle mehr, da in beiden Stellungen die Bohrung in der Nadeldüse vollkommen frei ist.

HP,
die Gasschieber sind unterdruckgesteuert. Wenn du den Hahnen voll aufmachst, gehen die Schieber erst mit ansteigendem Unterdruck auf.
Richtig ist, dass fetter eingestellte Motoren mehr Leistung bringen. Ab einem Lambdawert von 1 geht die Leistung zurück. Von 0,8 bis 1 ist sie fast konstant. Unter 0,8 sinkt die Leistung auch.
Die Leistungsunterschiede zwischen 0,8 und 1 sind jedoch gering.

Gruß
Wolf-Dieter

--
Der mit den Mücken auf dem Rücken.

4Cfix Braujahr 97 0,064 Gm und gelblich
www.saubraten.de

kawaede
Registriert: 07.07.2003 22:28

Leistungsvergleich 3VD mit 3VD

Beitragvon kawaede » 02.11.2005 12:33

HPausSalzburg schrieb:
> Saubraten schrieb:
> > Hallo HP,
> > man muss erkennen, dass eine geänderte Abstimmung über die Düsennadel
> > nur im unteren bis mittleren Drehzahlbereich gilt. Oben raus macht die
> > Hauptdüse die Musik.


Hallo HP,
damit es Dir nicht langweilig wird;) ;) ;)



Tip: Vergasereinstellung


Oft wird bei einer Umbedüsung des Vergaser nur die Hauptdüse gewechselt. Doch die Wirkungssysteme eines Vergaser sind wesentlich differenzierter zu betrachten, will man eine gute Abstimmung erreichen. Die einzelnen Wirkungssysteme lassen sich sehr gut anhand der ersten Abbildung erläutern.
Das Leerlaufsystem besteht hauptsächlich aus Schwimmerstand, Leerlaufdüse und Leerlaufgemisch-Regulierschraube. Doch auch die Luftdüse beeinflusst dieses System. Diese kann bei Abstimmungsarbeiten jedoch vernachlässigt werden. Wenn Sie das Gemisch des Leerlaufsystems (bis 1/4 Last wirksam !) verändern wollen, ändern Sie zunächst die Einstellung der Leerlaufgemischregulierschraube. Achtung: je nach Vergasertyp ändern Sie den Luft- oder den Kraftstoffdurchsatz. Reicht der Verstellbereich der Leerlaufgemischregulierschraube nicht aus, so wechseln Sie die Leerlaufdüse.

Beispiel: Bei Auspuffanlagen mit geringerem Gegendruck pufft und knallt es oft beim Übergang in den Schiebebetrieb (Gasschieber schließt, Motor(rad) ist unter Last und rollt) aus dem Endschalldämpfer. Fetten Sie nun erst mit Hilfe der Leerlaufgemischregulierschraube an, sollte nun das Knallen noch nicht beseitigt sein, wählen Sie die Leerlaufdüse eine Nummer größer.

Der Gasschieber kann durch die unterschiedliche Höhe seiner Kanten (vorne / hinten) die einströmende Luftmenge beeinflussen. Die Nadeldüse (auch Düsenstock oder Emulsions-Rohr genannt) und die Düsennadel regeln die Gemischzusammensetzung im Teillastbereich. Die Düsennadel wird von einem Clip in Position gehalten. Dieser Clip sitzt in einer Nut, je nach Ausführung hat die Düsennadel 3-6 Nuten. Die oberste Nut ( am dicken Ende) wird als Nut Nummer 1, die unterste Nut z.B. als Nummer 5 bezeichnet. Originalposition bei Yamaha-Modellen ist i.a. die dritte (mittlere) Nut. Soll das Gemisch abgemagert werden, setzt man den Clip von Nut 3 auf Nut 2 oder 1.

Die Hauptdüse setzt, je nach Beschaffenheit von Düsennadel und Düsenstock, frühestens ab 3/5-Schieberöffnung ein.

Um eine maximale Leistungsausbeute und ein exaktes Ansprechverhalten zu realisieren, muß man die einzelnen Lastbereiche des Motors unterschiedlich abstimmen. Um die Gemischzusammensetzung zu definieren, wurde die Luftzahl Lambda eingeführt. Ottomotoren werden im Bereich eines stöchimetrischen Mischungsverhältnis (Lambda=1) betrieben. Das Mischungsverhältnis beträgt dort 14.5 Teile Luft : 1 Teil Kraftstoff.

Bei Luftmangel (Lambda < 1) steigen die Ruß-, CO-und HC-Emissionen. Der Motor gibt sein maximales Drehmoment bei ungefähr Lambda=0.9 ab, deshalb wird bei Vollast üblicherweise diese Einstellung gewählt. Bei luftgekühlten Motoren wird Lambda oft noch kleiner gewählt, um eine maximale Innenkühlung und damit maximale Haltbarkeit bei geringfügigem Leistungsverlust zu erreichen. Für günstigsten Kraftstoffverbrauch stellt man Lambda=1.1 ein. Diese Einstellung gilt aber nur für den Teillastbereich ! Dort erreicht man mit dieser Einstellung auch das beste - das exakteste - Ansprechverhalten. Im Leerlauf werden Luftzahlen von Lambda=0.9 bis 1,05 gewählt.

Im Schiebebetrieb muß die Verbrennung häufig durch Anfetten (Lambda=0.9) wegen zu hohem Saugrohrunterdruck (im Ansaugkanal), sichergestellt werden. Ist das Gemisch im Schiebebetrieb zu mager, knallt und sprotzt es beim Austritt aus dem Endschalldämpfer. Dieser Effekt verstärkt sich mit abnehmendem Gegendruck der Auspuffanlage. Überhaupt spielt die Beschaffenheit der Auspuffanlage eine wesentliche Rolle bei der Abstimmung des Vergasers. Ist der Gegendruck (der Staudruck des austretenden, verbrannten Gemisches) hoch, so hat der Motor ein relativ hohes Drehmoment im unteren Drehzahlbereich, ist der Gegendruck niedrig, kann der Motor besser hochdrehen und hängt besser am Gas. (Das was die Engländer mit "fantastic throttle response" beschreiben...)


Vergasereinstellung in vier Schritten:

Wichtig: arbeiten Sie bei der Vergasereinstellung immer vom oberen Lastbereich ausgehend zu den unteren Lastbereichen.

1. Vollastbereich (Vollgas | 3/4 Lastbereich - 4/4 Lastbereich [roter Bereich] - siehe Abbildung 1)

Ziel: optimale Hauptdüse herausfinden, bevor mit dem nächsten Schritt begonnen werden kann.

Um die größtmögliche Top-Leistung zu erreichen, wählt man die Hauptdüse, mit der die maximale Endgeschwindigkeit erreicht wird bzw. die beste Beschleunigung im Bereich über 3/4 Last erreicht.

- wenn das Motorrad im kalten Zustand bei hohen Drehzahlen besser beschleunigt als im warmen Zustand, ist die Hauptdüse zu groß. Die Hauptdüse schrittweise verkleinern und den Test wiederholen (Maschine auch tatsächlich abkühlen lassen).

- wenn das Motorrad im kalten Zustand bei hohen Drehzahlen nicht gut beschleunigt/läuft und auch mit zunehmender Motortemperatur kaum Besserung eintritt, ist die Hauptdüse zu klein ! Achtung: Gefahr von Motorschäden durch Überhitzung.

Die Hauptdüse sollte zuerst über einen Zeitraum von max. 30 Sekunden Vollast getestet werden. Ist ein zu starkes Abmagern des Motors ausgeschlossen, kann der Test über einen Zeitraum von 10-15 Minuten bei hoher Beanspruchung erfolgen. Den anderen Lastbereichen (< 3/4 Last) sollte während dieser Phase keine Bedeutung zukommen.

Mit dem nächsten Schritt kann sinnvollerweise erst dann begonnen werden, wenn die optimale Hauptdüse ermittelt wurde. Anderenfalls wird die gesamte, noch folgende Abstimmungsarbeit verfälscht.

2. Teillastbereich (Vollgas | 1/4 - 3/4 Lastbereich - siehe Abbildung 1)

Um in diesem Lastbereich optimale Leistung, Beschleunigung und Ansprechverhalten zu erreichen, ist die korrekte Wahl der Hauptdüse unerlässlich. Wird in diesem Stadium mit einer falschen Hauptdüse die Position der Düsennadel verändert, ist eine gute Balance zwischen Leistung und Ansprechverhalten nicht zu erreichen. Ist die Hauptdüse korrekt gewählt, geht es folgendermaßen weiter:

- wenn das Motorrad beim Gasaufreißen (Start bei unter 3000 U/min) im kalten Zustand gut beschleunigt und ohne viel Ruckeln Gas annimmt, im betriebswarmen Zustand jedoch schlechter läuft, ist der Teillastbereich zu fett. Die Düsennadel sollte eine Position tiefer gehängt werden (z.B. von Nut 3 auf 2, siehe hierzu den vierten Absatz).

- wenn das Motorrad im warmen Zustand besser läuft, aber im 3/4 Lastbereich noch nicht zufriedenstellend läuft, sollte die Düsennadel eine Position höher gehängt werden, um den Übergang Düsennadel zu Hauptdüse zu verbessern.

- läuft das Motorrad im 3/4 Lastbereich sowohl im kalten, als auch im warmen Zustand zufriedenstellend, kann man von einer korrekten Position der Düsennadel ausgehen.

Den anderen Lastbereichen ( < 1/4 Last) sollte während dieser Phase keine Bedeutung zukommen.

3. unterer Lastbereich (bis 1/4 Last | Gasaufreißen | Schiebebetrieb)

Um in diesem Lastbereich optimale Leistung zu erreichen, muss der Schwimmerstand so eingestellt sein, dass das Motorrad eine gute, ruckelfreie Beschleunigung im zweiten Gang von 2500 bis mindestens 3500 U/min erreicht.

Veränderung der Schwimmerhöhe:

Eine Veränderung des Schwimmerstandes bedeutet eine Veränderung des Benzinpegels in der Schwimmerkammer. Der Benzinpegel beeinflusst die Bereiche Gasaufreißen, 2000 - 3000 U/min, den Schiebebetrieb und Fahren im Stadtverkehr. Als Grundsatz bietet sich folgende Einstellungshilfe an: wenn das Motorrad im kalten Zustand gut läuft, im warmen jedoch ein bisschen zu fett läuft, sollte der Schwimmerstand um 1mm gesenkt werden (z.B. von 15mm auf 16mm Schwimmerhöhe).

Den Benzinpegel zu senken bedeutet also eine Erhöhung des Schwimmers ! Dies wird durch den Einstellvorgang verdeutlicht:

Korrekte Schwimmereinstellung:

Gemessen wird bei nach oben zeigendem Schwimmer (Vergaser umdrehen) von der Schwimmerkammer - Dichtfläche (ohne Dichtung) bis zum höchsten Punkt des Schwimmers. Die Einstellzunge des Schwimmers muss das Schwimmernadelventil berühren. Das Ventil darf dabei jedoch nicht komprimiert, sprich zusammengedrückt werden. Zum Einstellen der Schwimmerhöhe die Metallzunge in der Mitte des Schwimmers vorsichtig nach oben oder unten biegen. Dabei das Schwimmernadelventil nicht belasten!

Hat das Motorrad leichte Ruckler im Bereich 3000 - 4000 U/min, ist es bei Vollgas "zäh" und werden diese Symptome bei steigender Motortemperatur stärker, sollte der Benzinpegel gesenkt, der Schwimmer also erhöht werden (ca. 1mm).

Fühlt sich das Motorrad zwischen 2000 - 3000 U/min hart, trocken und ggf. "metallern" an, ist der Benzinpegel zu niedrig (also die Schwimmerhöhe um 1mm absenken).

Zusammenfassend noch einmal eine Einstellungshilfe: läuft ein Motorrad bei wenig geöffnetem Gashahn im kalten Zustand gut, im warmen Zustand jedoch schlechter, ist der Schwimmerstand definitiv zu hoch. Schrittweise Änderung in 0.5mm Schritten.

Probleme im unteren Lastbereich können jedoch auch durch ausgeschlagene Düsennadel-Führungen bzw. Nadeldüsen oder verschlissene Düsennadeln herrühren. Diese Teile sollten genauestens überprüft werden, wenn der Schwimmer bereits um 1.5mm vom Originalwert abgesenkt wurde und weiterhin Probleme im unteren Lastbereich bestehen. Das Problem verschlissener Düsennadel-Führungen / Nadeldüsen ist vor allem bei TDM/TRX-Modellen weit verbreitet.

4. Leerlauf und unterer Lastbereich

Einstellung der Leerlauf-Luft-Regulierschraube bzw. Leerlauf-Benzin-Regulierschraube (modellabhängig, entweder wird die Luft- oder Benzinmenge eingestellt) wie folgt:

Im betriebswarmen Zustand die Leerlaufregulierschraube fast bis zum Anschlag eindrehen (Achtung: nicht zu fest, Spitze kann abbrechen) und dann so weit herausdrehen, bis der Motor die höchstmögliche Leerlaufdrehzahl erreicht hat. Von diesem Punkt aus die Regulierschraube eine Viertel-Umdrehung in Richtung fett drehen. Erreicht man mit der Regulierschraube keine Drehzahländerung (ca. 50-100 U/min), so ist die Leerlaufdüse falsch gewählt (siehe zweiten Absatz).

Läuft der Motor im Leerlauf unruhig, und schwankt er zwischen plötzlichem Abfall und darauf folgendem Anstieg, so ist das Leerlaufsystem zu fett eingestellt. Bringt das Einstellen der Leerlaufregulierschraube (in 1/2 Umdrehungs-Schritten) in Richtung mager keine Besserung, ist die Größe der Leerlaufdüse nicht korrekt.

Hängt die Drehzahl nach einem kurzen Gasstoß deutlich über Leerlaufdrehzahl fest und sinkt erst verzögert auf die Leerlaufdrehzahl von maximal 1000 U/min zurück, so ist das Leerlaufsystem zu mager eingestellt. Achtung: in der Praxis verursachen meist undichte Annsaugsysteme diesen Fehler (z.B. ein undichter Ansaugstutzen). Tipp: die Dichtigkeit des Systems kann durch vorsichtiges Besprühen des Ansaugsystems mit Bremsenreiniger getestet werden. Erhöht sich hierbei die Drehzahl, liegt eine Undichtigkeit vor. Nach diesem Test alle Gummiteile mit Kunststoffpflege vor dem Austrocknen schützen, sowie blanke Aluteile reinigen.

Ein weiterer Test ist die Kontrolle im zweiten Gang bei ca. 3000 U/min, hier sollte bei wenig geöffnetem Gashahn möglichst ruckelfreier Lauf erreicht werden.

Die Einstellung der Regulierschraube, die Schwimmerhöhe und die Leerlaufdüse sind die wichtigsten Komponenten im Bereich Schiebe- und Lastbetrieb im Wechsel bis 4000 U/min. Mit einer größeren Leerlaufdüse kann ein eventuelles Auspuffpatschen (hart, trocken) beim Übergang vom Last- in den Schiebebetrieb ausgeglichen werden. Die optimale Größe der Leerlaufdüse wird jedoch meist durch die korrekte Einstellung der Leerlaufregulierschraube gefunden.

Auch im Bereich hoher Drehzahlen und wenig geöffnetem Gashahn ist die Einstellung der Leerlaufregulierschraube und die Größe der Leerlaufdüse relevant. Ist die Einstellung des Leerlaufsystems zu fett, verstärken sich die Probleme mit steigender Motortemperatur. Ist die Einstellung des Leerlaufsystems zu mager, verringern sich die Probleme mit steigender Motortemperatur. Beobachtet werden kann dieses Phänomen z.B. bei Konstantfahrt mit leicht geöffnetem Gashahn.

Feinabstimmung

Erst wenn nach diesen vier Schritten der Vergaser eine korrekte Grundabstimmung hat, sollte mit der Einstellung einer ggf. vorhandenen Beschleunigerpumpe (z.B. Mikuni TM-Serie) experimentiert werden. Eingestellt werden kann hier meist der Start-Zeitpunkt und die Länge des Einspritzvorgangs. Verbessert werden kann vor allem die Aggressivität des Ansprechens, die Beschleunigung (ruckelfrei, ohne "Löcher") und ggf. Auspuffpatschen beim Übergang in den Schiebebetrieb beseitigt werden.


Ein Tip für die Praxis: Arbeiten Sie beim Abstimmen in kleinen Teilschritten. Nehmen Sie jeweils nur eine Änderung vor, um deren Wirkung genau erfahren zu können. Es ist hilfreich, die vorgenommenen Änderungen zu protokollieren, um somit stets den Überblick über den Stand der technischen Veränderungen zu behalten.


Das sollte Mann/ Frau wissen;) ;) ;) ;)

Gruß Klaus

--
3VD Bj. 96, pechschwarz, und sonst?
Zuletzt geändert von kawaede am 02.11.2005 12:34, insgesamt 1-mal geändert.

Helge
Registriert: 25.06.2003 18:30

Leistungsvergleich 3VD mit 3VD

Beitragvon Helge » 02.11.2005 14:05

@ Klaus

Ja dann kauf ich mir jetzt doch noch nen Dynojet.
Ich weiß ja jetzt wer mir dann die Vergaser einstellt. ;D


Grüßle
Helge
[hr]
Umfrage Schwoababiker T-shirts!
http://www.schwoababiker.de
--
[f1][c=#5E30B2]Eigentlich bin ich ganz nett - und wenn ich Freunde hätte, könnten die das auch bestätigen. :look:[/c][/f1]
[red][comic]Schwoababiker Stammtisch am 26. November hier: N48 54.617 E9 13.840[/red][/comic]

Saubraten
Registriert: 12.04.2003 11:35

Leistungsvergleich 3VD mit 3VD

Beitragvon Saubraten » 02.11.2005 17:28

>Tip: Vergasereinstellung

Ähmmm.....
Ich lass meine wie sie ist. :)

Gruß
Wolf-Dieter



--
Der mit den Mücken auf dem Rücken.

4Cfix Braujahr 97 0,064 Gm und gelblich
www.saubraten.de

DiddiX
Registriert: 21.03.2004 18:33

Leistungsvergleich 3VD mit 3VD

Beitragvon DiddiX » 02.11.2005 18:26

Hey Klaus !
Ist dieser Text auf deinem Mist gewachsen , :))
oder wo hast du das hehr .
Falls ersteres der fall ist mußt du von jetzt an
mindestens einmal pro Woche über die verschiedenen
Baugruppen unseres Moppeds berichten . ;D ;D
Im zweiten Fall hätte ich gerne eine Quellenangabe . 8) 8)


Gruß Dieter
--
Wer ewig lebt , der geht nich Tod

kolumbus
Registriert: 18.08.2003 20:27

Leistungsvergleich 3VD mit 3VD

Beitragvon kolumbus » 02.11.2005 19:26

Hallo Klaus,

Hast du eine Sekretärin oder bist du so schnell im Schreiben? ;)

Das zweite magere Moped war übrigens meine.

Ich persönlich glaube das meine einfach etwas schlechter läuft, als es bei der TDM normal ist. ;(

Durch das 15er Ritzel kaschiere ich das wieder.

Man muss vielleicht noch erwähnen das meine TDM keine 3VD, sondern eine 4CN (oder so ähnlich) ist.

Bin mir jetzt aber nicht sicher ob die Drosselung nur über einen anderen Ansaugstutzen erfolgt ist, oder ob man auch die Vergaserdüsen geändert hat.

Meine ist jetzt natürlich entdrosselt, aber vielleicht hat man ja die falschen Düsen eingebaut. ?(

Wenn ich nicht zu faul bin, muss ich im Winter meinen Vergaser mal aufmachen und nachschauen was genau für Düsen eingebaut sind.

Kennst du vielleicht das Originalmaß der Hauptdüse?

Ciao
Andreas :look:

kawaede
Registriert: 07.07.2003 22:28

Leistungsvergleich 3VD mit 3VD

Beitragvon kawaede » 02.11.2005 19:47

Saubraten schrieb:
> >Tip: Vergasereinstellung
>
> Ähmmm.....
> Ich lass meine wie sie ist. :)


Ich die meine auch,
die läuft super.:)) :))

@Helge,
hab ich noch nie so gemacht;D

@Dieter
Quellenangabe?
irgendwo aus dem Internet?(

@Andreas
Sekretärin, nö, aber selbst kopiert:-p

Hauptdüse bis Bj. 95: 140
Nadel dazu 5 G52-3
Hauptluftdüse 50
Nadeldüse Y-4
Leerlauf-Luftdüse 70
Leerlaufdüse 37,5
Chokedüse 75

sei nicht so faul,
zeigs dem HP;) ;)

Gruß Klaus




--
3VD Bj. 96, pechschwarz, und sonst?
Zuletzt geändert von kawaede am 02.11.2005 19:47, insgesamt 1-mal geändert.

Saubraten
Registriert: 12.04.2003 11:35

Leistungsvergleich 3VD mit 3VD

Beitragvon Saubraten » 02.11.2005 20:16

kawaede schrieb:

> @Dieter
> Quellenangabe?
> irgendwo aus dem Internet?(

www.kedo.de

Gruß
Wolf-Dieter


--
Der mit den Mücken auf dem Rücken.

4Cfix Braujahr 97 0,064 Gm und gelblich
www.saubraten.de

kolumbus
Registriert: 18.08.2003 20:27

Leistungsvergleich 3VD mit 3VD

Beitragvon kolumbus » 02.11.2005 20:47

kawaede schrieb:

> sei nicht so faul,
> zeigs dem HP;) ;)
>
> Gruß Klaus


Ich würde mich nicht als faul bezeichnen, nur mir fehlt derzeit die Motivation um an meinem Moped rumzuschrauben. :p

Es eilt ja nicht, da das nächste Leistungsduell mit HP sicher erst in ca. 6 Monaten stattfindet. ;D

Und nach einem langen harten Winter, schraube ich sicher wieder gerne an meinem Moped rum. ;)

Ciao
Andreas :look:

kawaede
Registriert: 07.07.2003 22:28

Leistungsvergleich 3VD mit 3VD

Beitragvon kawaede » 02.11.2005 21:34

kolumbus schrieb:
> kawaede schrieb:
>
> > sei nicht so faul,
> > zeigs dem HP;) ;)
> >
> > Gruß Klaus
>
>
> Ich würde mich nicht als faul bezeichnen, nur mir fehlt derzeit die Motivation um an meinem Moped
> rumzuschrauben. :p


und was schrubst Du da?( ?(

>Wenn ich nicht zu faul bin, muss ich im Winter meinen Vergaser mal aufmachen und nachschauen was genau für Düsen eingebaut sind.


ja, was jetzt?( ?( ?( ?(

Gruß Klaus


--
3VD Bj. 96, pechschwarz, und sonst?

HPausSalzburg
Registriert: 02.05.2002 16:09

Leistungsvergleich 3VD mit 3VD

Beitragvon HPausSalzburg » 03.11.2005 09:06

Hallo

zunächst mal danke für die tolle Kopie.

Meine ist auch eine 4 CN, und dürfte keine Sperre mehr haben, aber ich denke das wird sich im Winter schon zeigen, wenn ich Service mache.

Nachdem ich aber zufrieden mit der Leistung bin, werd ich nicht am Vergaser rumschrauben und womöglich noch in die falsche Richtung verstellen. :teufel:

Villeicht werd ich aber die Übersetztung Ändern beim nächsten Kettenwechsel, da ich in den Bergen ja keine 200 Endgeschwindigkeit brauche :rotate:

Gruss


--
HP aus Salzburg

TDM 850 3VD Bj 93
Very Dark Violet Cocktail 1


Zurück zu „Motor, Getriebe & Auspuff“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Google [Bot] und 16 Gäste