Ventilschaftdichtung

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Moderator: Überholi

Monsterjaeger
Registriert: 07.03.2004 13:44

Ventilschaftdichtung

Beitragvon Monsterjaeger » 14.12.2005 01:07

Hallo,
eine Frage(n)(2): Was kosten neue Ventilschaftdichtungen bein Y-Schrauber? Oder ist es "Einfach" diese selber zu wechseln?
Info: Kompression Ok, Ölverbrauch >1l/1000Km X(
Danke für Eure Antworten.
Leo


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3VauDee, 1993 82tkm + Allesmögliche + perfekte Signatur ;-)

Kruemel
Registriert: 11.12.2005 16:54

Ventilschaftdichtung

Beitragvon Kruemel » 14.12.2005 02:01

Moins Leo!

ich arbeite daran, TDM- Spezi zu werden :look:

folgendes dazu - ich hab hier nen TDM- Motor mit 42000 km liegen - Kolben und Zylinder sehen prima aus, also kaum erkennbarer Verschleiß, hingegen relativ dick Ölkohle oben rauf Kolben .....
- das deutet massiv auf verschlissene Schaftdichtungen hin!!!!
bei Deinen 82000 also sehr plausibel ......

Davon ab, das Kompression messen am besten bei über Nacht gestandenem Motor taugt - da ist das Öl praktisch wech vom Kolben, und kann nicht mehr dichten
- wenn das Ding warm ist, sehen die Kompressionswerte eigentlich IMMER gut aus
- ne echte Aussage also eher mit "abgestandenem" Motor

Dichtungen wechseln - am schönsten, wenn der Motor eh zerlegt ist - aber wenn Du darauf keinen Bock hast?????

kannst Dus folgendermaßen versuchen: ne alte Kerze nehmen, den Isolator rauskloppen - entweder den obersten Rand am Metallkörber ringsum absägen, dann kannst du den Isolator komplett rausziehen - oder mit nem Hammer rausprügeln .... macht aber eher mehr Mühe und die Keramiksplitter sind nicht ganz ungefährlich .....
1. Variante ist vorzuziehen ....

Dann oben ein Rohr anschweißen/löten/kleben, auf dem Du einen Druckluftschlauch fixieren kannst ....
Anschließend kannst Du mit einem "richtigen" Kompressor (10 Bar, 8 sind ok, je mehr je besser, aber vor allem auch genug Ansaugleistung!!! keinen Airbrushkopressor (klingt wien Kühlschrankkopressor) ) im Inneren des Zylinders einen satten Überdruck erzugen - aber je nach Kompression hast Du Druckverluste, also bitte - nicht mit der Fußluftpumpe versuchen, das endet in Zylinderkopfdemontage, um das durchgefallene Ventil wieder einsammeln zu können!!!

Weiter: normalerweise werden die Ventile durch die Ventilfedern und den Federteller "oben" gehalten - das Ventil wird durch zwei kleine Keile mit dem Federteller verkeilt - wenn die Keile raus sind, rutscht das Ventil - wenn kein Gegendruck da ist - in den Zylinder ......
Um aber an die Schaftdichtungen zu kommen, musst Du eben die Federn und die Teller entfernen - ist klar?
Dazu den Überdruck im Zylinder - der hält die Ventile oben, wenn keine Federkraft da ist - drückst Du nachdem die Federteller etc raus sind, auf das Ventil - und Tschüss!!!! heißt, alle Arbeiten an den Ventilen mit höchster Vorsicht!!!!

Weiter - Du brauchst einen Federspanner - das ist eine Art Rohr in Verbindung mit einem Hebelgelenk, je nach Konstruktion - kunststoffummantelt, um die Führungen der Tassenstüssel nicht zu zerkratzen - mit seitlicher Öffnung, durch die Du bei zusammengedrückter Ventilfeder (dazu ist das Teil schließlich da) an die gelösten Keile herankommst .....
Jo ... die alten Dichtungen abpopeln - sitzen auf ner Ringnut, geht manchmal richt sch..... runter, die neuen gut geölt und gaaaaanz sachte auf das obere Ende der Ventilführung draufschieben ....
da gibts noch ein paar Sachen beim Draufsetzen die das schonend für die Dichtungen gestalten sollen, aber übervorsichtig muss man da nicht sein ....
- Öl und sanft beim auf den Ventilschaft fädeln wegen der scharfen Kanten daran, die die Dichtung beschädigen können .....

Beim Auto geht das so ganz gut, allerdings sind die Ventile größer und werden durch die größere Fläche stärker gegen den Zylinderkopf hochgehalten - bei der TDM sind die Ventile relativ klein ...... also sitzen die Ventile vermutlich nicht so fest ..... deshalb der Wunsch nach hohem Kopressordruck ......


Ob das jetzt "einfach" oder nicht ist, bleibt Dir jetzt überlassen ........
Dazu das Drumherum: Nocken runter, Steuerzeiten einstellen, etc ......


Materialwert ca nen 5 € pro Dichtung bei Yammies jedenfalls die der SR und der XJ Diversion - also 50€ für alle .....
Kaufst Du nen Dichtsatz im Zubehör (achtung, Qualiunterschiede!) für den kompletten Motor (ca 125 €) ist sowas mit drin, und sicherheitshalber auch ne Zylinderkopfdichtung ..... und die ganzen anderen Pappen ..... (keine Simmeringe!)

Was die Arbeit im Y- Shop kostet - keinen Schimmer .....

und wenn Du drangehst - vor dem Abnehmen der Nocken und der Steuerkette gleich nochmal Ventilspiel messen!!!!! Einstellplättchen dabei mit auszutauschen ist ein Abwasch! ach ja! und zum Aufbewaren der Kleinteile des jeweiligen taugen Eierkartons prima!!! (besonders auch wenn Kopf runter und mehrere Ventile raus - dann wirft mans nicht durchenander, und das ist wichtig wegen des Ventilspiels!!! nur dieselben Teile am selben Ventil geben dasselbe Spiel nach Montage!!!)

Gruß Viel Spaß jedenfalls!!! sind ja bald Weihnachtsferien ......:D



Reinhard
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Don`t panic, it`s mechanic!

twINGO
Registriert: 10.04.2002 20:10

Ventilschaftdichtung

Beitragvon twINGO » 14.12.2005 17:49

Wenn die Kolben im OT stehen dürfte eigentlich nicht mehr viel platz sein, falls die Ventile doch runterfallen sollten, oder Reinhard? Wie weit gucken die eigentlich aus dem Schaft raus?
--
Ingo (13086)
TDM 850 3VD 93 60 Tkm TDMF#14
-------
ME Z4 vorn mit 18 Tkm /hinten mit 11 Tkm

Rolf
Registriert: 03.05.2002 16:33

Ventilschaftdichtung

Beitragvon Rolf » 14.12.2005 18:09

Halo,

ein Kumpel von mir hat sich für einen Druckluftanschluss ein Kerzengewinde angefertigt. Vorteil: unter Druckluft kann man Ventile , Federn, Schaftdichtungen usw. auswechseln ohne den Motor zu öffnen.
War nur so`n Tipp von mir.

Rolf:)

Kruemel
Registriert: 11.12.2005 16:54

Ventilschaftdichtung

Beitragvon Kruemel » 14.12.2005 22:59

Moins Ingo!

ich würd nicht drauf wetten - aus folgenden Gründen - die Kompression der TDM leigt irgendwie bei 1:11 - bei einem Diesel - vergleichsweise - bei 1:30 ....
Diesel sind bei Steuerzeitenproblemen extrem untolerant - heißt. den Zahnriemen ein Zahn daneben, und die Ventile bekommen Streicheleinheiten .....
Die TDM dürfte da toleranter sein, wenn ich hier so die Erzhählungen über gelängte Ketten und Steuerzeiten verfolge .....

Mit anderen Worten - der Abstand zwischen Kolben und Ventil dürfte bei der TDM durchaus "nennenswert" sein ...... und wenns "nur" (das meinte ich mit "nennenswert") 5 mm sind .......

Dazu kommt - wenn Du die Ventilfeder zusammendrückst, gibt der Schaft nach und geht schonmal runter - und Du musst, so wie ich das bisher gesehen habe, sicherlich 7- 8 mm drücken, um gut an die Keile heranzukommen - bei hart aufliegenden Ventilen - jetzt rechne den Ausweichweg dazu, und Du bist schnell bei 13- 15 mm .....
Zum einen weiß ich nicht, ob die Federn dann nicht schon Wicklung auf Wicklung liegen und damit nur noch eine "Buchse" sind
- und ich weiß auch nicht, ob die Federn das wirklich leiden mögen .....


Mein 80- PS- Power- Puzzle gibt im Moment einen Test dahingehend nicht her - ich werd beim Zusammenbau mal damit rumspielen und mir das allein schon aus Eigennutz näher ansehen .....



schwarze- Finger Grüßle am Abend!

Reinhard


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Monsterjaeger
Registriert: 07.03.2004 13:44

Ventilschaftdichtung

Beitragvon Monsterjaeger » 15.12.2005 02:28

Hallo Reinhard,
Danke für Deine Anleitung, werde wohl den Motor ausbauen und den Zylinderkopf und sein Innenleben auf die "Alte" Art wiederherstellen.
Vielen Dank für Deine Mühe,
Leo


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DARKMAN
Registriert: 01.05.2002 20:43

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Beitragvon DARKMAN » 15.12.2005 07:44

wobei eins gesagt sei, 1l öl uff 1000km wird noch als normal angesehn....... jeder autohersteller hat das so in seiner betriebsanleitung stehen!!

:rolleyes: :rolleyes:
T.T.

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Leb den Tag[i]--->BILDER Okt05<---

Kruemel
Registriert: 11.12.2005 16:54

Ventilschaftdichtung

Beitragvon Kruemel » 15.12.2005 09:53

Moins Leo!

"also ich sach ma so"

- verklag mich nicht drauf, aber ich glaub den Motor kannst Du zum Abbau des Kopfes drinlassen???? eben nochmal diagonal ins Bastbuch gestöbert, da steht bei mir nix dazu - aber evtl. kommst Du damit hin, wenn Du die untere hintere Motorschraube nur löst, so das Du den Motor nur vornabkippst - das erspart Dir vielleicht ne ganze Menge Puhlerei beim Einbau??
Vorteil beim Kopf abnehmen ist natürlich das Du nochmal innen gucken und vielleicht Ölkohle entfernen kannst .......

Würd ich mir auf jeden Fall ansehen, obs nicht auch so geht - oder vielleicht weiß das auch jemand ......
- und, mal so als Tipp - gibts natürlich nie, wenn mans braucht - bei Plus gabs in diesem Jahr glaub zweimal Kompressoren mit vermutlich völlig genügender Leistung für 79 Teuro - ich habs oft so gemacht, das ich das, was ich durchs Selberpopeln gespart hab, in sowas investiert hab ......
("kaufe Werkzeug bei Zeiten, dann hast Dus in der Not!" - oder so - Hein Gericke vertickert gerade kleine Drehmomentschlüssel 1/4 Zoll - 4 - 20 Nm für 15,95 ....... weiterhin große Schlösser mit Kette für 9,95 und klitzekleine Bügelschlösser für 4,95 ....)

hoffe, Du hast ne heizbare Umgebung dabei .....8o

Gruß


Reinhard

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tcn
Registriert: 15.01.2005 19:53

Ventilschaftdichtung

Beitragvon tcn » 15.12.2005 10:01

Hi, Reinhard .
;D Du bist ja echt Gut ;)


Ein Gruß aus Schönem Lettland
--
Nette-Lette
Zuletzt geändert von tcn am 15.12.2005 10:02, insgesamt 1-mal geändert.

jos

Ventilschaftdichtung

Beitragvon jos » 15.12.2005 16:41

Habe hier eine kaputten Zilinderkopf stehen. Wenn der Ventildeckel ab ist, muesste der Kopf auch runter zu nehmen sein ohne den Motor aus zu bauen. Stimme da voellig mit Kruemel ueberein.

xj900
Registriert: 08.09.2005 07:40

Ventilschaftdichtung

Beitragvon xj900 » 16.12.2005 06:54

Moin,

habe vor ca. 6Wochen meinen Zylinderkopf überholen lassen.
Alle Ventile raus, neue Schaftdichtungen und Ventile neu einschleifen.
Alles beim freundlichen Yamaha-Schrauber.
Anschl. hat der noch die Vergaser eingestelt (wollte ich weil gerade Hashiro, Devil-Krümmer und K&N montiert).
Danach hatte ich ein neues Mopped und die geht wie Sau.

Der hat den Kopf runter gehabt ohne den Motor auszubauen!

Gruß
Peter

Fraggle
Registriert: 11.05.2002 23:59

Ventilschaftdichtung

Beitragvon Fraggle » 23.12.2005 22:09

Hallo zusammen,

wenn man gerade keinen Kompressor zur Hand hat, kann man auch ein langes Seil nehmen und dieses durch das Zündkerzenloch in den Brennraum einfädeln. Das Ende sollte noch reichlich lang raushängen. Dann den Motor ein bißchen drehen, bis der Kolben das Seil von unten an den Zylinderkopf drückt. Die Ventile bleiben so ohne Probleme notfalls auch über mehrere Tage in Position.

Wenn alles wieder zusammengebaut ist, kann man das Seil einfach wieder rausziehen.

Ciao, Thomas

--
Thomas Erkes rrr#82
"Multiple exclamation marks are a sure sign of a diseased mind."
-- Terry Pratchett in "Eric"

Kruemel
Registriert: 11.12.2005 16:54

Ventilschaftdichtung

Beitragvon Kruemel » 27.12.2005 01:56

Ich leg noch nach ....

hab heute meinen demontierten Kopf "überarbeitet" - und so tief udn fummelig wie die Schaftdichtungen in den Tassenführungen sitzen, plus des Vorteils noch die Ventile checken und den ganzen Quark reinigen zu können, neige ich dazu zu empfehlen, den Kopf wirklich runterzunehmen .....

Wenn ich mir das abgefummele der alten Dichtungen vorstelle, und dabei versuche mir vorzustellen, wie man das schaffen soll, ohne die Führungen für die Stösseltassen anzukratzen - bei den vermutlich etwas dünnen Platzverhältnissen über dem eingebauten Motor?

na ja ......

viel Spaß jedenfalls!

Reinhard
--
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