Vergaser laufen über

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Moderator: Überholi

Squeeze
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Vergaser laufen über

Beitragvon Squeeze » 06.06.2006 15:06

Hallo Ihr, bin Newbie hier an Bord und suche einen technischen Ratschlag. Habe mich schon durch die einschlägigen Suchergebnisse gelesen, leider ohne Erfolg.

Baue für und zusammen mit einem Freund eine 1995er 850er 3VD für ihn auf. Die stand sehr lange abgemeldet und war deswegen im Kraftstoffbereich in sehr schlechtem Zustand. Tank wurde entrostet und neu beschichtet, Benzinhahn und Unterdruckmembranpumpe gut gereinigt, die Vergaser zerlegt per Ultraschall gereinigt.

Nach dem Zusammenbau lief das Mobbed nun einwandfrei, allerdings nur bis zu dem Augenblick an dem Mann das Gas wieder zudreht. Da wurden beide Schwimmerkammer per Überlaufanschluß sehr inkontinent. Klar, dachte ich, entgegen meinem Rat hat er den Schwimmerstand nicht überprüft und eingestellt.

Hatte er nicht, aber nach dem Einstellen, etwa 10 bis 15 maligem Auseinander- und wieder zusammenbauen mit mehrfacher Überprüfung sämtlicher relevanten Vergaserteile ist der Zustand unverändert. Die Schwimmernadelventile wurden eh erneuert, den Schwimmerstand haben wir mehrfach in alle Postionen verstellt, alles ohne Erfolg.
Läuft der Motor im Standgas ist alles in Ordnung, fährt man eine Runde im Hof oder läßt die TDM auf dem Ständer höher drehen bleibt alles dicht bis man vom Gas geht, so bald die Leerlaufdrehzahl anliegt, sabbert Sprit aus dem Überlaufanschluß einer der beiden Schwimmerkammern. Ändert man die Einstellung des Schwimmernadelventiles sabbert dann der andere Vergaser ... usw ... usw ... usw ...


Eigentlich sind wir beiden durchaus begabte Schrauber, aber so was haben wir noch nicht erlebt. Die Membranpumpe kann doch nicht so viel Druck bringen, daß die Nadelventile überdrückt werden ? Falls doch, was kann man tun ? Kann es sein daß in dem Schlauch zwischen Vergaser und Unterdruckpumpe eine Art Drossel oder so was sitzt ? Das Mobbed war etwas zerlegt als wir die geholt haben, vielleicht fehlt da ein Teil ?

Hat jemand vielleicht eine Idee ?

Yamaha-Men
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Beitragvon Yamaha-Men » 06.06.2006 17:49

wurde vielleicht eine Feder vergessen einzubauen oder eine alte Dichtung wieder verwendet


yamaha-men
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"Dubium sapientiae initum"[red](Zweifel ist der Weisheit Anfang) / Rene Descartes (1596-1650) französischer Mathematiker und Philosoph[/red]

Squeeze
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Beitragvon Squeeze » 06.06.2006 18:12

alte Dichtung - NEIN-

Feder ? laut WHB sind da nirgends Federn im Vergaser

DARKMAN
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Beitragvon DARKMAN » 06.06.2006 18:39

so wie du es beschreibst klingt das nach verschlissenen schwimmernadelventilen wenn die vergaser bei laufedem motor im stand auslaufen.....

ist da vielleicht trotz der reinigung noch rückstand irgendwo oder schmutz das die kerlchen vielleicht nicht richtig schliessen?


T.T.

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Yamaha-Men
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Beitragvon Yamaha-Men » 06.06.2006 18:41

Squeeze schrieb:
> alte Dichtung - NEIN-
>
> Feder ? laut WHB sind da nirgends Federn im Vergaser

am Schiebebetriebanreicherungsventil sitzt eine Feder, am Choke sitzt eine Feder, an der Leerlaufgemischschraube sitzt eine Feder, die Schwimmernadel hat eine Feder, in der Membran sitz eine Feder,
normalerweise müsste die Schwimmernadel den Spritzufluss unterbinden, d.h. den Zufluß unterbinden


Quelle Wartung Reparatur und Wartung Yamaha TDM 850, Delius Klasing Verlag, Edition Moby Dick


yamaha-men
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Zuletzt geändert von Yamaha-Men am 06.06.2006 18:43, insgesamt 1-mal geändert.

Squeeze
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Beitragvon Squeeze » 06.06.2006 19:28

Yamaha-Men schrieb:
> Squeeze schrieb:
> > alte Dichtung - NEIN-
> >
> > Feder ? laut WHB sind da nirgends Federn im Vergaser
>
> am Schiebebetriebanreicherungsventil sitzt eine Feder, am Choke sitzt eine Feder, an der
> Leerlaufgemischschraube sitzt eine Feder, die Schwimmernadel hat eine Feder, in der Membran sitz
> eine Feder,
> normalerweise müsste die Schwimmernadel den Spritzufluss unterbinden, d.h. den Zufluß unterbinden
>
>
> Quelle Wartung Reparatur und Wartung Yamaha TDM 850, Delius Klasing Verlag, Edition Moby Dick
>
>
> yamaha-men


Vielen Dank für die umfangreiche Antwort, war mir soweit ja auch bekannt, allerdings sind ja ausser der Feder im Schwimmernadelventil alles Federn aus anderen Teilsystemen und haben mit dem überlaufen nichts zu tun. Die Schwimmernadelventile sind neu reingekommen.

Ich habe mal in amerikanischen Ersatzteilfiches recherchiert und festgestellt, das der Unterdruckschlauch für den Betrieb der Benzinpumpe als "Pipe, Impulse" bezeichnet wird, die anderen Schläuche an der Spritpumpe als "Hose". Hose ist ein Schlauch, klar, aber die Übersetzung von "Pipe, Impulse" würde Impulsrohr bedeuten.

Anders gesagt, hat schon mal jemand den Originalschlauch gegen einen einfachen Kraftstoff-Schlauch ersetzt und damit keine Probleme bekommen?

Vielleicht ist eben doch eine Drossel in diesem Serien-Schlauch, und der zu hohe Unterdruck im Saugrohr bei hoher Drehzahl führt zu einem zu großen Unterdruck in der Pumpe, diese bringt nun richtig viel Druck und überdrückt die Schwimmernadelventile.
Zuletzt geändert von Squeeze am 06.06.2006 19:29, insgesamt 1-mal geändert.

Kruemel
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Beitragvon Kruemel » 06.06.2006 20:43

Moins!

das mit der Drossel ist Blödquatsch! das müsste ein "Druckminderer" sein oder ein "Durchflussmengenregler"

- die Pumpenmebran ist unterdruckbetrieben, bzw wird durch eine Feder zurückgedrückt - die Feder macht den Benzindruck

- wird nix verbraucht, schafft die Feder eben einfach nicht, gegen die Flüssigkeitsäule den ganzen Weg zuzrückzu"drücken" - und läuft nach geringem Weg eben einfach - auf - und Schluss .....

0,1 bar oder so ...... da kannst Du kaum von "Überdruck" reden ....


Du sagst, die Nadelventile sind neu?
mitsamt der darumliegenden Kunststoffschwimmerkacke und dem komischen Gestell, an dem die Schwimmer aufgehängt sind?

oder sind es vielleicht auch noch Nadelventile aus dem Zubehör?

Wenn ihr das ganze Plastikgedöns raushattet - sitzen die O- Ringe (die ihr hoffentlich erneuert habt?????) , mit denen das ganze gegen das eigentliche Vergasergehäuse gedichtet und gehalten wird, vernünftig? ansonsten werden die Nadelventile vom Sprit nämlich umlaufen!

Andere Variante - ich hatte an meiner SR mal Zubehör- Nadelventile, die soviel Spiel hatten, das sie sich in der Führung verkanten konnten - und damit lief der Vergaser bereits bei der ersten Inbetriebnahme über .....

Nebenbei - "Überlaufanschluss" - der sitzt nicht unten an der Schwimmerkammer, nicht der Anschluss, an dem seitlich Schrauben sind, gelle?? nur um das mal zu "eichen" ..... man weiß ja nie ....

Übrigens, beim Anbau der Schwimmergehäuse - vielleicht dabei die Sczhwimmer verklemmt?

weiterhin - wenn ihr die Versager mal wieder ab habt - und das werdet ihr - steckt doch einfach mal nen Schlauch auf den Spritzulauf, nehmt die Kammern ab, lasst die Schwimmer dran

- und pustet mal ganz sanft in den Schlauch, während ihr die Schwimmer langsam und sanft wie bei steigendem Spritpegel "anhebt"

- da müsste dann bald nix mehr zu pusten sein - und wenn doch hört/ fühlt ihr genau, wo .....
Problem erkannt, Problem gebannt ....

Gruß


Reinhard
--
Don`t panic, it`s mechanic!
"Gegen Antriebsschwäche: TDM 850 ....
Risiken und Nebenwirkungen: Ohrensausen und gesteigertes Beschleunigungsverhalten"

Squeeze
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Beitragvon Squeeze » 06.06.2006 22:54

Kruemel schrieb:
> Moins!
>
> das mit der Drossel ist Blödquatsch! das müsste ein
> "Druckminderer" sein oder ein
> "Durchflussmengenregler"

könnte ja schon sein ... der Unterdruck ist beim Gasaufreissen ja ziemlich hoch

> - die Pumpenmebran ist unterdruckbetrieben, bzw wird durch eine Feder
> zurückgedrückt - die Feder macht den Benzindruck
>
> - wird nix verbraucht, schafft die Feder eben einfach nicht, gegen
> die Flüssigkeitsäule den ganzen Weg zuzrückzu"drücken" -
> und läuft nach geringem Weg eben einfach - auf - und Schluss .....
>
> 0,1 bar oder so ...... da kannst Du kaum von "Überdruck"
> reden ....

So in etwa sehe ich das auch, Membranpumpen sind nicht berühmt für hohe Pumpendrücke, eben das macht mich ja fertig

> Du sagst, die Nadelventile sind neu?
> mitsamt der darumliegenden Kunststoffschwimmerkacke und dem komischen
> Gestell, an dem die Schwimmer aufgehängt sind?
>
> oder sind es vielleicht auch noch Nadelventile aus dem Zubehör?

ja die Nadelventile sind neu, woher er die hat .. keine Ahnung .. jedenfalls wenn man die Kunststoffteile umgekehrt hält und am Zulauf reinpustet, kriegt man die kaum mit den Lungen aus dem Sitz gegen ihre eigenes Gewicht gedrückt. Was bei meiner Raucherlunge vielleicht auch nicht viel bedeuten mag ...

> Wenn ihr das ganze Plastikgedöns raushattet - sitzen die O- Ringe
> (die ihr hoffentlich erneuert habt?????) , mit denen das ganze gegen
> das eigentliche Vergasergehäuse gedichtet und gehalten wird,
> vernünftig? ansonsten werden die Nadelventile vom Sprit nämlich
> umlaufen!

ob die O-Ringe neu kamen weiß ich nicht, der Sitz des Plastikgeraffels im Gehäuse ist jedenfalls satt und gefühlt auch dicht, jedenfalls kann man bei offener Kammer den Sprit der aus dem Spritbehälter an der Decke hängt locker abstellen wenn Mann den Schwimmer betätigt.

> Andere Variante - ich hatte an meiner SR mal Zubehör- Nadelventile,
> die soviel Spiel hatten, das sie sich in der Führung verkanten
> konnten - und damit lief der Vergaser bereits bei der ersten
> Inbetriebnahme über .....
>
> Nebenbei - "Überlaufanschluss" - der sitzt nicht unten an
> der Schwimmerkammer, nicht der Anschluss, an dem seitlich Schrauben
> sind, gelle?? nur um das mal zu "eichen" ..... man weiß ja
> nie ....

Guter Punkt, die beiden Anschlüße nebeneinander, am anderen Vergaser nur ein Anschluß, das könnte täuschen, die Entleerungsventile sind selbstverständlich zu ...

> Übrigens, beim Anbau der Schwimmergehäuse - vielleicht dabei die
> Sczhwimmer verklemmt?


nee, dreimal extrem drauf geachtet

> weiterhin - wenn ihr die Versager mal wieder ab habt - und das werdet
> ihr - steckt doch einfach mal nen Schlauch auf den Spritzulauf, nehmt
> die Kammern ab, lasst die Schwimmer dran
>
> - und pustet mal ganz sanft in den Schlauch, während ihr die
> Schwimmer langsam und sanft wie bei steigendem Spritpegel
> "anhebt"
>
> - da müsste dann bald nix mehr zu pusten sein - und wenn doch hört/
> fühlt ihr genau, wo .....
> Problem erkannt, Problem gebannt ....
>
> Gruß
>
>
> Reinhard

Gute Idee, daran hatte ich noch nicht gedacht, werde ich mal testen. Im Übrigen kam ich heute abend in die Bastelerbude. Stank heftig nach Sprit dort. Etwa ein halber Liter von den eingefüllten 3 Litern ist wohl in 24 Stunden rausgetropft. Die Ursache ist wohl doch in der Schwimmerventilmimik zu suchen, nicht an der Pumpenseite. Sonst wäre da wohl nix rausgetropft.

Ich danke dir für die umfangreiche Antwort, werde mich wohl morgen mal mit Topham in Verbindung setzen, vllt weiß der ja noch was über die Geschichte.
Gefühlt werden wir da wohl das ganze Plastikgeraffel austauschen, schon alleine um sicher zu sein, daß es davon nicht kommen kann. Übringens hat die TDM nur 6300 km auf der Uhr, es ist irgendwie unglaublich.
--
... das Leben ist zu kurz für schlechte Drinks ...

chrisviper
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Beitragvon chrisviper » 07.06.2006 19:00

Im Kraftstoffschlauch sitzt der Benzinfilter, wenn ich mich nicht täusche. Sollte aber nichts mit dem Problem zu tun haben, oder?


Grüße aus Aachen
Chris

--
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Squeeze
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Beitragvon Squeeze » 09.06.2006 08:40

kleines Zwischenupdate ...

habe mit Stephen Topham gesprochen, er sagt, daß die Unterdruckpumpe ein Druck von 0,1 bis 0,15 bar bringen sollte.

Die Schwimmernadelventile sollten einen Druck von 0,25 bar halten.


Wir haben nun neues Plastik und Schwimmernadelventile geordert.

Wir werden in jedem Fall den Benzindruck und den Öffnungsdruck der Nadelventile vor dem Umbau messen um jegliche Fehlerquellen auszuschliessen.


Werde nach dem neuen Anlauf nochmals berichten.
--
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Kruemel
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Beitragvon Kruemel » 11.06.2006 01:12

ich nochma ....

immerhin - aber das wäre gleich mit dem neuen Platz- tick gelöst

- ich hab auch schon mal an der großen Dose nen undichten Schwimmer erlebt - der soff sich eben voll und mochte dann nicht mehr schwimmen - der Spritstand lag damit entsprechend .....

Oberkante Unterkiefer plus Bonus .......

aber das schwappt, wenn man die Schwimmer schüttelt ...

binsch mal gespannt ...

Gruß und guten Morgen

Reinhard
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Levente
Registriert: 16.07.2006 21:35

Vergaser laufen über

Beitragvon Levente » 15.08.2006 00:11

Hallo Squeeze!

Ich habe das anliche Problem mit meinem Moped gehabt. Die Geschichte mit dem verrostete Tank und benzinauslauf rechte oder linke Vergaser war die selbe. Bei mir stinkte auch alles von Benzin. Ich habe die Schwimmer Ventile nicht ausgetaust, sodern nur ausgebaut, gründlich gesaubert, vergaser gesaubert, schwimmer Ventile beide mit neue O ringe zurückgebaut. Ein Siebbenzinfilter für grössere Teile nach benzinhahn, ein anderen Papirfilter für Rostschlamm direckt vor den Vergaser eingebaut. Jetzt ist ruhe. Alles OK. Seit dem bin ich mit den Moped über 2000 km gefahren. Die volle Geschichte kannst du hier in FORUM bei "Warum fahrt Ihr TDM?"lesen. Übrigens mein TDM ist von 1993 und hat bein Kauf nur 23000Km gehabt. Ich denke die Vorbesitzer haben schon sat gehabt, von Reparaturkosten zu zahlen. Alles verursachte nur der verrostete Tank!

Viel Spass beim Schrauben. Der Erfolg kommt schon, und so werdet Ihr ein fast neuen Moped haben.;)

Gruss

Levente
Zuletzt geändert von Levente am 15.08.2006 00:16, insgesamt 1-mal geändert.


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