Recht lustige Unterhaltung hier, momentan sogar besser als in der Humor-Rubrik.

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Notlaufeigenschaften sind etwas für Kampfbomber mit zerschossener Ölwanne. Auf mich und meine TDM hat noch keiner geschossen. :p
Ohne Öldruck ganz schnell kein Ölfilm, und ohne Ölfilm keine Schmierung.
Rechne doch mal nach, wieviel Weg der Kolben bei 5000 U/min in einer Minute macht. Das dürften so 670m/min sein. Ohne frisches Öl wird es da auch ganz schnell heiß, und spätestes dann ist der letzte Hauch eines Ölfilms verdampft.
Ebenso sieht es in den Gleitlagern der Kurbelwelle aus. Nur die Kugel- und Nadellager im Motor sind viel genügsamer, und würden lange ohne Nachschmierung durchhalten.
Das Kupplungskreischen hab ich übrigens das erste Mal kurz nach der 1000er Inspektion mit den superteuren Motul-Öl erlebt. Einfach mal am kühlen Morgen nach 1500m Fahrt an der Ampel etwas flotter angefahren.
Die freigegebenen Öle, SAE10W30, SAE20W40 und alle anderen Mehrbereichsöle sind alle mindestens teilsynthetisch, auch wenn es nicht auf der Kanne steht. Sie werden eben preiswert als " mineralisch" (das ist das Öl ja auch), oder teurer als "synthetisch" (das sind die Additive) verkauft.
Es kommt beim Öl auf die richtige Viskosität über einen großen Temperaturbereich an. Das Öl darf kalt nicht zu zähflüssig, und heiß nicht zu dünn sein. Das erreichen die Hersteller durch die Zugabe von Additiven. Dabei sollte man aber nicht vergessen, dass der Anteil der Additive in einem 200l Fass Öl nicht mal eine Tasse voll ausmacht.
Das meiste verkaufte Schmieröl aufbereitetes Öl ist. Da werden Altöle aller Marken und Qualitäten gesammelt, zusammengekippt und gereinigt. Früher wurde mehr mechanisch gefiltert, und man bekam das Öl nicht wieder ganz klar, heute wird zwar auch mechanisch vorgfiltert, aber zusätzlich chemisch gereinigt, bis das Öl wieder klar, und hellgelb ist.
Aus der so gewonnenen "Ursuppe" werden dann wieder alle Ölsorten, vom dünnen Hydauliköl, über dickes Getriebeöl bis zum feinsten hochleistungs Turbo-Racing-Öl, durch Zugabe von Additiven und Abfüllung in bunte Kanister hergestellt.
Viertaktmotoren kann man über Jahre stehenlassen, ohne dass das Öl irgend etwas zerfrist, oder die Motoren irgendwelchen Schaden bekommen. Zweitaktmotoren, ohne Öl und Ventile Vertragen Das nicht.
Es ist ein alter Brauch, einmal im Jahr das Motoröl zu wechseln, eine Notwendigkeit sehe ich darin auch nicht. Falls ich Anteile von Kondenswasser oder gar Kraftstoff im Öl haben sollte, sind Die garantiert verschwunden, wenn ich den Motor und das Öl mal richtig heiß fahre.
Wichtiger als teures Öl ist ein regelmäßiger Wechsel des Öls, damit die feinsten Schmutzpartikel aus dem Motor herauskommen.
Dazu muß man das Öl unten ablassen, damit der Sumpf aus der Ölwanne abzieht. Beim Auto kann man zwar das Öl auch von oben absaugen, ohne sich die Finger schmutzig zu machen, aber ob da der Dreck so gründlich raus kommt, wie an der Ablassschraube, möchte ich doch bezweifeln. ?(
Limbo
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Wenn ich Schuhe und Strümpfe ausziehe, kann ich bis zwanzig zählen.