Also wenn ich lese, daß Du bei einer CB 450 eine Getriebwelle gewechselt hast, machst Du IMHO die ZKD quasi im Schlaf.
Nun hab ich zwar noch keine an der tdm wechseln müssen, aber an einigen Dosen und an zwei moppeds. Was soll da bei der tdm so schwierig sein?
Den Motor drinlassen würde ich allerdings nicht, so schwierig ist der Ausbau auch nicht und man kommt vieel besser ran, vor allem wenn die Dichtung den Kopf nicht loslassen will.
Die folgende Anleitung ist eher allgemein, vielleicht gibt´s ja speziell für die tdm noch einige Tricks und Kniffe...
Besorge Dir:
- eine Anleitung mit den nötigen Drehmomentangaben
- neben der ZKD noch alle benötigten Dichtungen und Verbrauchsmaterialien (hier im Forum wird doch sicher einer so was an der tdm schon gemacht haben und kann Dir sagen, was alles benötigt wird :look: )
- gutes Werkzeug incl. einem Drehmomentschlüssel
- einen Kumpel zum eventuellen Gegenhalten, Mitmachen oder zur moralischen Unterstützung

)
- eine Kiste Bier oder Wein - je nach Geschmack :hasi:
- Geduld
Dann baust Du (oder Ihr) den Motor aus und siehst dabei, was da noch so an Verschleißteilen fällig ist (z.B. Ansaugstutzen, Bowdenzüge, Schläuche, usw.) Evtl. kannst Du später gleich noch die Versager überholen.
Die ganze Flüssigkeitsablasserei spare ich mir jetzt mal zu schreiben. Wenn eh alles vermischt ist, am besten eine große Wanne drunterstellen, alles aufmachen und später als Sondermüll entsorgen.
Sofort kannst Du dann den Kumpel zum Teilehändler schicken, der den periphären "Rest" besorgt, wärend Du dem Motor auf der Werkbank zu Leibe rückst. Sprich: Erstmal ein Bier aufmachen (wenn nicht schon geschehen :rotate: ), Zylinderdeckel runter, evtl. paar Detailfotos machen (oft sehr hilfreich), das ganze Steuergeraffel abbauen usw.
Dann kommt der Kumpel wieder und klopft lustlos (weil er noch kein Bier bekommen hat) mit nem Hammigummer ... äh Gummihammer den Kopf runter, aus dem natürlich alle Schrauben bzw. Bolzen raus sein sollten. Wenn er sich weigert (der Kopf...) bitte keinesfalls mit irgendwelchen Schraubenziehern, Meißeln, Kuhfüßen u.ä. zwischen Kopf und Zylinder rumhebeln oder gar klopfen, die Dichtfläche ist sehr empfindlich, außerdem kann sich der Kopf verziehen. Wenn sich der Kumpel weigert, gibst Du ihm eins mit dem Hammigummer auf den Kopf bzw. ein Bier :-p
Vorteil: Fehlversuche kannst Du auf den Kumpel schieben :-p
Wenn Du gar keinen Ansatz findest zum klopfen und der Kopf sitzt fest (worst case), hat sich bei mir zwei mal (ein mopped, eine Dose, da hab ich das ganze Auto angehoben) das "Strangulieren" bewährt:
- Kopf an geeigneten Stellen (Ansaug- und Auslaßöffnungen, zur Not zwei alte Zündkerzen aufbohren und Bolzen durch) mit einem schmalen Zurrgurt anbinden und mit einem Flaschenzug oder am Dachbalken den ganzen Motor am Kopf aufhängen. Der Motor sollte natürlich höchstens 1/2cm über dem Boden und einer weichen Unterlage schweben.
Bier aufmachen.
Den Kopf im "Schwebezustand" des öfteren mit gezielten Schlägen malträtieren. Warten, klopfen, Bier trinken. Wenn sich dann immer noch nichts tut, über Nacht hängen lassen, Dichtung evtl. mit Dichtungsentferner, WD 40 usw. bearbeiten.
Dann sollte es aber gehen. Wenn nicht, bitte mailen, hätte noch einige Sachen, die nicht so ganz "jugendfrei" sind :rolleyes:
Nuja, dann halt die olle Undichtung mit einem gut geschliffenen/abgezogenen Dichtungsschaber entfernen, nichts in die Kühlwasser-/Ölkanäle reinschmeißen, und das ganze Gerödel wieder umgekehrt zusammenbauen. Bei Motoren mit obenliegenden Nockenwellen dürften sich das Ventilspiel zwar kaum verändern, wenn man die shims nicht durcheinanderbringt, sollte aber trotzdem geprüft/eingestellt werden (evtl. Kumpel nochmal losschicken).
IMHO weiteres:
Ich würde einen Motor ohne (vor dem Schaden!) spürbare Leitungseinbußen nicht generalüberholen (es sei denn, man sieht keine Honspuren mehr oder es sind Laufspuren oder gar Verdacht auf Kolbenkipper vorhanden...sieht man aber mit "abbem" Kopf).
Die Motorinstandsetzung wäre mir ehrlich gesagt zu teuer für eine 3VD. Da diese Motoren locker die doppelte Laufleistung abkönnen, lohnt sich m.E. die Investition des halben (und zukünftig sinkenden Fahrzeugwertes nicht wirklich)
Ventile kann man einschleifen, muß man aber nicht (wenn schon, dann selbst), wenn man sich sicher ist, daß die volle Leistung vorher da war und daß kein falsches Gemisch gefahren wurde (z.B. Nebenluft=zu mager und zu heiß) und kein zu kleines Ventilspiel über längere Zeit vorhanden war.
Beides würde ich auch nicht machen, wenn kein ungewöhnlicher Ölverbrauch spürbar war.
:dance2:
So, nun mal das Schrauben anfangen.... würde ich übrigens so bald wie möglich tun, denn Wasser im Zylinder oder wässriges Motorenöl gibt merkwürdige Reaktionsprudukte 8o ... ich würde den Motor lieber heute als morgen aufmachen!
Viel Erfolg!
Hans-Peter
btw. kann mir jemand mal sagen, warum mein Geschreibsel manchmal blau unterstrichen wird (beim scheiben)? Ich werd da völlig blau von ... prost!....