Neues Treibstoffkonzept

Motor, Getriebe, Auspuff, Ventile, Kupplung, Dynojet & Co ...

Moderator: Überholi

gelber_Blitz
Registriert: 17.09.2006 11:57

Neues Treibstoffkonzept

Beitragvon gelber_Blitz » 09.02.2007 15:09

Hallo Jörg,

Ich finde es eine gute Sache, deine Initiative was für die Umwelt zu tun. Eins steht fest CO2-Reduktion muss her. Kosten sind nebensächlich, natürlich immer gut wenn es sich amortisiert, weil es dadurch noch ein zusätzliches Argument PRO gibt.

Leider denken viel zu viele Leute folgendes:

1. Es bringt doch nichts wenn ich bei mir etwas änder; ich allein kann doch daran Nichts ändern. Dabei bedenken die meisten nicht, daß eben weil zu viele so denken sich nichts ändert. Wie das Beispiel Biolebensmittel zeigt, geht es eben doch wenn es nur genug Leute wollen.

oder 2.
Wenn die anderen; die Politiker/ die Amis (in Bezug auf deren höheren Verbrauch an Energie gemeint)/ die Mineralölkonzerne erstmal dies oder jenes tun dann werd ich auch an meinem Verhalten etwas ändern.

Das Problem ist nur wenn wir alle so weiter machen dann gibt es große Flächen an den Küsten dieser Erde in einigen Jahrzehnten nicht mehr, dazu kommen die Schäden die all die anderen Naturkatastrofen und Wetterkapriolen verursachen werden. Mal abgesehen davon wie lange es Erdöl noch gibt.

Nun wäre es ja trotzdem schön Lösungen zu finden nicht aufs Motorradfahren zu verzichten und dennoch AN UNSEREM VERHALTEN WAS ZU ÄNDERN sprich am CO2-Ausstoß. Darum geht´s doch. Die wenigsten sind bereit nur noch Fahrrad zu fahren.

OK, ich bin selber unkonsequent und zähl mich zur Kategorie 2 (s.oben) Weil ich find, daß es Motorradumbauten geben müsste, die versteckt also im Benzintankbereich, einen großen Gastank haben und daneben nur einen kleinen Benzintank für Notfälle. Ich mag nämlich nicht ständig mit Topcase rumfahren.

Eine zweite alternativ mögliche Lösung wäre es ein Topcase mit Gasflasche zu haben welches man nur vor größeren Touren draufmontiert (müsste einfach und schnell gehen können). Für Leute die ständig mit Topcase fahren, sieh ich keinen Grund dies nicht mit Gasflasche drin zu tun. Sieht genau so aus und bietet halt einen kleineren Stauraum bis keinen Stauraum. Bei größeren Touren muss man dann eben noch Seitenkoffer dranschrauben für das Gepäck.
Die zweite Lösung ist vom Montage/Umbauaufwand geringer aber insgesamt weil die Balance und das Erscheinungsbild der Moppeds störend nur eine Notlösung. OK, der Umbau muss natürlich von Fachwerkstätten gemacht werden auch wegen TÜV etc.

Dies wären zwei kurzfristige Lösungen immerhin 80% weniger C02 rauszublasen, bis die Motorradhersteller serienmäßige Lösungen anbieten. Dies werden sie ohnehin bald tun müssen, weil die Reduzierung des CO2-Flottenverbrauchs nach der Automobil- bald auch die Motorradindustrie betreffen wird.

Erst längerfristig wird es Brennstoffzellenmotorräder geben, diese werden aber vom Markt sicherlich schwer akzeptiert werden. Damit kann man Motorradfahren und produziert nicht nur 80% weniger, sondern Null Abgase. Ein Motorrad macht mit Verbrennungsmotor aber eindeutig mehr Spass als der Gabelstaplersound des Elektroantriebs/Brennstoffzelle.
Ich hab mir neulich wieder mal den Sound einer Guzzi angehört, es gibt Nichts geileres. Soviel zum Thema Akzeptanz.

Der LPG-Antrieb ist leider auch an sich nur für eine Zwischenlösung gut, weil dieses Gas bei der Erdölraffinade anfällt d.h. wenn es irgendwann kein Erdöl mehr gibt, dann ist es auch aus mit dem LPG-Gas bzw es muss immer auch Benzin und Diesel produziert werden um LPG-Gas zu erhalten d.h. eine Umstellung der gesamten Fahrzeugflotte ist gar nicht möglich.

Aber Zwischenlösungen sind auch gut.
Also
-Benzin raus
-Tank aufgeflext und mit Scharnier versehen
-LPG-Gaspatrone rein
-anschließen
-zuklappen
-losfahren
-Welt vor dem Untergang retten oder besser gesagt vor der Überflutung

Schöne Grüße aus Hamburg der Stadt am Meer (in 20 Jahren)

Helmar

P.S: Es gibt da noch den Erdgasantrieb; diesen hab ich aber nicht erwähnt, weil er für das Motorrad nun wirklich viel zu schwer und zu groß ist.




ZWEI ZYLINDER SIND VIEL GEILER ALS VIER
Zuletzt geändert von gelber_Blitz am 09.02.2007 16:17, insgesamt 13-mal geändert.

Lars
Registriert: 10.04.2002 13:09

Neues Treibstoffkonzept

Beitragvon Lars » 11.02.2007 12:40

Hallo Helmar,

kurze Frage. Wie passt denn

gelber_Blitz schrieb:
> AN UNSEREM VERHALTEN WAS ZU ÄNDERN sprich am CO2-Ausstoß

und

> Gastank...
> Gasflasche...

zusammen? Was meinst Du, was das Reaktionsprodukt eines Verbrennungsmotors mit Erdgas/Autogas ist?

Ciaole,
Lars

--
'00er 4TX mit 63Mm
GUS#42 TDMF#8

gelber_Blitz
Registriert: 17.09.2006 11:57

Neues Treibstoffkonzept

Beitragvon gelber_Blitz » 11.02.2007 21:09

@Lars

unter anderem natürlich auch CO2, aber eben nicht so viel wie bei Benzinantrieb.

Ideal wäre rein von Schadstoffausstoß her gesehen der Brennstoffzellenantrieb (da kommt dann nur noch Wasserdampf raus) wobei dabei der CO2-Ausstoß bei der Herstellung des Wasserstoffs als Treibstoff trotzdem auftritt. Außerdem kostet Wasserstoff im Moment noch 8-9 Euro pro Liter.

Wird einem hier jedes Wort das man schreibt am Seziertisch auseinandergenommen.

Als Buchtip zu dem Thema Umweltverbrauch durch die Aktivität des Menschen
empfehle ich:
Grenzen des Wachstums, das 30 Jahre Update
Signale zum Kurswechsel
von Donella Meadows, Jorgen Randers und Dennis Meadows
S. Hirzel Verlag Stuttgart
ISBN-13: 978-3-7776-1384-0



PEACE, Biker
Zuletzt geändert von gelber_Blitz am 14.02.2007 12:39, insgesamt 4-mal geändert.

Saubraten
Registriert: 12.04.2003 11:35

Neues Treibstoffkonzept

Beitragvon Saubraten » 11.02.2007 21:43

Helmar,

es ist nun mal so, dass bei jeder thermischen Verbrennung CO2 entsteht, egal ob Benzin oder Gas.
Die CO2-Emission ist ergo kein Argument für Gas.

Lars Kommentar hat mit Seziererei oder Dummsprüchen nichts zu tun, sondern war nur eine sachliche Richtigstellung.


Gruß
Wolf-Dieter

[ img ]


--
[f1]Der mit den Mücken auf dem Rücken.

wüste[n]gelbe R1200GS

Früher war alles besser......sogar die Zukunft.[/f1]

gelber_Blitz
Registriert: 17.09.2006 11:57

Neues Treibstoffkonzept

Beitragvon gelber_Blitz » 12.02.2007 11:59

Der Kraftstoff Flüssiggas

Flüssiggas, das häufig auch als Autogas/LPG (Liquified Petroleum Gas) bzw. GPL (französisch: Gaz Petroleum Liquide) bezeichnet wird, entsteht als Nebenprodukt bei der Verarbeitung von Rohöl in der Raffinerie. Dabei handelt es sich um einen Kohlenwasserstoff, der unter relativ geringem Druck verflüssigt und dann nur etwa 1/260 seines gasförmigen Volumens einnimmt. Diese Energie zeichnet sich durch einen hohen Energiegehalt aus, verbrennt schadstoffarm, lässt sich gut lagern, ist transportabel und eignet sich deshalb sehr gut als Kraftstoff. Eine der prägnantesten Eigenschaften von Autogas ist seine hohe Klopffestigkeit, die den Zusatz von Additiven unnötig macht. Im Vergleich zu anderen Kraftstoffen entstehen beim Einsatz von Flüssiggas deutlich weniger Abgasemissionen. Flüssiggas ist nahezu schwefelfrei und die Verbrennung erfolgt fast ohne Ausstoß von Ruß. Schadstoffe wie CO, HC, NOx treten wesentlich vermindert auf. Dies gilt auch für CO2. Insgesamt zählen die von Autogas-Fahrzeugen verursachten Abgase zu den niedrigsten, die in Verbrennungsmotoren realisiert werden können.

Natürlich entsteht immer noch C02. Ich hab mit der vielzitierten Verhaltensänderung
auch nie behauptet dass sich mit LPG-Gasantrieb der CO2-Ausstoß auf Null
reduzieren läßt. Sonst kann man auch gleich Fahrradfahren.

Interessanter wäre eine Dikussion wo und wie man die Gasflaschen am Motorrad noch unterbringen könnte. Oder daß jemand der selber ein Gasmotorrad fährt, darüber berichtet, muss ja nicht unbedingt eine TDM sein. Natürlich ist so ein Antrieb nicht ideal für das Motorrad, hab ich auch geschrieben, schon besser wäre es bei einem Gespann und am besten im Auto.

BeeblebroxZ, sag doch auch mal was.
Zuletzt geändert von gelber_Blitz am 12.02.2007 12:42, insgesamt 6-mal geändert.

ilwise
Registriert: 04.07.2002 12:20

Neues Treibstoffkonzept

Beitragvon ilwise » 12.02.2007 17:57

Die Wunderlich-Gas-Suzuki wurde in der letzten Ausgabe Motorrad gestest. Ergebnis:

1. Der Gasantrieb funktioniert erst ab einer Betriebstemperatur von 40 Grad
2. Der Verbrauch steigt um ca. 1 l
3. rein rechnerisch kommt man mit den 6 l ca. 90 km weit (V-Strom)

Um dieses System wirtschaft betreiben zu können, sind über 100.000 km erforderlich. Eine weitere Schwierigkeit ist, dass das Anschlusssytem nicht 100% zu allen Gastankstellen kompatibel ist.

Der grösste Nachteil des Systems ist das Gewicht der Anlage. Zu den ca. 6 kg Flüssiggas kommt das Gewicht der Flasche, das ich mit dem anderen Geraffel locker auch das Gleiche schätze. Wer in sein Topcase 10 kg packt ist eigentlich schon über dem empfohlenen Gewicht, ausserdem wirkt sich das rein schwerpunktsmäßig nicht besonders günstig aus.

Ich persönlich finde, dass der Spritverbrauch an der 900-er, der nach meinen Infos ohne große Schwierigkeiten auf unter 5 l zu drücken ist akzeptabel und halte solche Gaskonstruktionen in der gezeigten Form nicht sinnvoll.

Rainer
--
.
... ohne murren soll sie schnurren ...

Yamaha-Men
Registriert: 13.07.2004 18:41

Neues Treibstoffkonzept

Beitragvon Yamaha-Men » 12.02.2007 18:34

nachdem ich nun alle Berichte darüber gelesen habe, halte ich den Umbau eines Motorrades auf bivalenten Betrieb für wenig Sinnvoll.
Der einzige Vorteil an der ganzen Sache ist der finanzielle Aspekt, bei einem Spritverbrauch aber von 5-7 Litern auf 100 Km rentiert sich die Sache aber meiner Meinung nach kaum.
Der Nachteil ist, das ich immer mit einem Topchase fahren müsste, obs mir gefällt oder nicht, dazu habe ich auch noch einige Kilos im Rücken, die den Schwerpunkt ungünstig beeinflussen.
Das Topchase als Reisekoffer kann ich dann schon mal vergessen, von der Optik ganz zu schweigen.
Das Gastankstellennetz ist längst noch nicht so deckend wie das normale Tankstellennetz, wies im Ausland aussieht steht wieder auf einem ganz anderen Blatt.
Zudem muss das Bike ein Einspritzer sein, die Hälfe aller zugelassenen Motorräder verfügt glaube ich noch nicht über diese Technik.
Außerdem sind die Umrüstkosten von fast 2.000 Euros nicht gerade wenig, zudem bringt es keinerlei steuerliche Vorteile, außer ich kann mein Gewissen beruhigen. Für 2.000 Euros kann ich etliche Km zurücklegen, wohlgemerkt bei dem derzeitigen Spritpreis.

Grüße aus Merzhausen

yamaha-men
--
"Dubium sapientiae initum"[red](Zweifel ist der Weisheit Anfang) / Rene Descartes (1596-1650) französischer Mathematiker und Philosoph[/red]

Rolf
Registriert: 03.05.2002 16:33

Neues Treibstoffkonzept

Beitragvon Rolf » 12.02.2007 20:59

Umbau auf LACHGAS find ich gut!:D :D :D

Ansonsten Quatsch bei 5 l auf 100 km.

Rolf

gelber_Blitz
Registriert: 17.09.2006 11:57

Neues Treibstoffkonzept

Beitragvon gelber_Blitz » 13.02.2007 17:45

Bei so schweren Tourern wie der BMW K 1200 GT oder der Honda Goldwing
wird der Antrieb vielleicht gewissen Chancen haben.
Bei 350-400 Kilo Gesamtgewicht machen 10-15 mehr oder weniger nicht so
viel aus wie bei unserem sportlichen Allrounder den wir uns schon im Serientrimm
leichter wünschen.

Zitat Seite Wunderlich:


Wunderlich gibt Gas; als Erster

Was im Automobilbau fast schon zur Selbstverständlichkeit gehört, ist im Motorradbereich ein absolutes Novum: Die Firma Wunderlich aus Sinzig präsentiert mit der BMW K 1200 GT das erste „Bi-Fuel-Motorrad“, das sowohl mit Autogas, als auch mit Benzin gefahren werden kann. Das Fahrzeug ist mit einem 10-Liter Gastank ausgerüstet, der im TopCase Platz nimmt. Damit steigt die Reichweite der K um zirka 250 Kilometer.

In der Praxis ist kein Unterschied zwischen Gas- und Benzinbetrieb zu spüren: Nach Erreichen der Betriebstemperatur schaltet sich die Benzinpumpe automatisch ab und die Gaspumpe ein. Die Leistung des Motorrades bleibt voll erhalten und selbst eine Veränderung im Ansprechverhalten des Motors ist nicht auszumachen.


Ich finde es interressant darüber nachzudenken einen schlanken Gastank nach unten zu bauen da wo die Buell ihren Dämpfer hat.
Aber eher theoretisch allgemein als Anregung für Hersteller bei der Neukonzeption von Motorrädern nicht für unser M-chen.


Grüße aus Hamburg


Helmar


ZWEI ZYLINDER SIND VIEL GEILER ALS VIER
Zuletzt geändert von gelber_Blitz am 13.02.2007 17:50, insgesamt 2-mal geändert.

rainer63
Registriert: 08.01.2007 10:31

Neues Treibstoffkonzept

Beitragvon rainer63 » 13.02.2007 18:19

Wie wär´s mit dem Hybridkonzept,daß die Bremsenergie umwandelt?
In D-land ist man ja eh nur am Bremsen:))
Natürlich nix für Bergaufbremser :))
Nur müßte man im dann im Elektrobetrieb den Motorklang über CD und Lautsprecher
an die Umwelt abgeben. Wegen der Fußgänger un so ;D

gut brems

Rainer
--
Wer mit dem Verstand lebt,hat das Leben nicht verstanden!

gelber_Blitz
Registriert: 17.09.2006 11:57

Neues Treibstoffkonzept

Beitragvon gelber_Blitz » 14.02.2007 12:28

Moin,

Hypridkonzept um die Bremsenergie in Hypercaps zu speichern und beim nächsten
Beschleunigungvorgang in den Alphalt zu brennen und das mit weniger Verbrauch
und Umweltbelastung, cool. Mehr Spaß und trotzdem gutes Gewissen.

Beim Motorrad bedeutet das aber auch mehr Gewicht für Caps und Elektroantrieb.
Dafür könnte man den Verbrennungsmotor kleiner und leichter auslegen.
Bin gespannt was in den nächsten Jahrzehnten auf den Markt kommen wird.











ZWEI ZYLINDER SIND VIEL GEILER ALS VIER


Zurück zu „Motor, Getriebe & Auspuff“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 26 Gäste